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Debby loves music: Songstory zu "So sick"

von Debby van Dooren (Kommentare: 0)

Songstory zu "So sick"

Hey, ihr Lieben,

während ihr das lest bin ich hoffentlich gut in Las Vegas gelandet und das spannende USA Abenteuer hat begonnen! Ich werde in den nächsten Wochen viele Freunde und Verwandte entlang der Westküste besuchen und so viele Eindrücke, wie nur möglich, aufsaugen, um neu inspiriert nach Deutschland zurückzukehren. Das ist zumindest meine Hoffnung! ; )

Ich glaube jeder Künstler kennt das Gefühl aufgrund seiner Tätigkeit ein wenig belächelt zu werden. Bei den Treffen mit „normalen“ kommt es dann oft zum Thema, was man gerade im Beruf macht, wie´s läuft, usw. Der Klassiker ist, wenn man irgendwo auf einer Party mit Leuten ist, die man nicht kennt und es zur „Berufsfrage“ kommt. „Du bist Sängerin? Kann man davon leben? Hast du eine Ausbildung gemacht?“ Oft kommt dann das Gefühl rüber, als ob das eben kein „richtiger Beruf“ ist und man bestimmt einfach nicht gut genug in der Schule war etwas „Sichereres“ als Beruf zu wählen. Natürlich ist das nicht immer so und ich bin mir sicher, viele Leute stellen einfach aus purer Neugier solche Fragen. Aber hier in Deutschland sind künstlerische Berufe nach wie vor eher untypisch.

Leute, die mich schon lange kennen, verfolgen hier und da meine Reise als Künstlerin und sehr oft kommen dann eben „Vorschläge“, was ich denn alles tun sollte, um „endlich erfolgreich“ zu sein. „Du solltest unbedingt Deutsch singen, das ist grad Trend!“ oder „Kennst du die xxx Castingshow? Da würdest du voll gut reinpassen und bestimmt gewinnen!“ „Du solltest unbedingt dieses xxx Buch lesen, da stehen super Tipps drin, wie man erfolgreich sein kann!“ Auch, wenn das alles liebgemeinte Empfehlungen sind, ist das irgendwann einfach nur noch anstrengend. So als ob ich noch nie auf solche Ideen gekommen wäre. Manchmal ist tatsächlich was Neues oder Hilfreiches dabei, aber meistens eben nicht, weil es von Leute kommt, die keine Ahnung vom Business haben oder wissen, was an Arbeit schon getan wurde.

Der Song „So sick“ entstand nach einer Feier, zu der ich eingeladen war. Mir wurden tausend Fragen gestellt, was bei mir grad „dran ist“, wie es jetzt weitergeht und gleichzeitig sah ich im Gesichtsausdruck dieser Leute ein gewisses Mitleidsgefühl. So, als ob ich echt arm dran bin, weil ich nicht im Radio zu hören und noch keinen „Hit“ gelandet habe. Klar ist jeder künstlerische Beruf mega hart und man kann wirklich nur sehr schwer davon leben, aber lieber einen Beruf wählen, der einen erfüllt und den man täglich gerne ausübt, oder? Man muss natürlich auch dafür geschaffen sein… Für mich ist z.B. „Routine“ ein Albtraum! Wenn ich jeden Morgen zur gleichen Arbeitsstelle für den Rest meines Lebens gehen müsste und eben alles immer wie gewohnt ablaufen würde, das könnte ich nicht! Ich liebe das Abendteuer, die Anspannung und den Nervenkitzel in meinem Beruf ; ) Aber ich stelle halt auch nicht tausend Fragen an Menschen, die z.B. einen „normalen Bürojob“ haben, wie´s denn jetzt weitergeht? Ob er davon leben kann? Wie er noch „erfolgreicher“ sein könnte… Irgendwie kenne ich solche Fragen eben nur andersherum.

Naja, auf jeden Fall kam ich genervt von dieser Party zurück und „So sick“ entstand ; )

Ich hab mir mein Handy geschnappt und direkt den „Offbeat“ mit Klatschen zum Chorus aufgenommen. Die Strophen kamen dann ein paar Wochen später dazu, nachdem ich festgestellt hatte, dass diese Chorusmelodie nicht mehr aus meinem Kopf wollte. Oftmals teste ich genau das: Wenn ich eine neue Songidee habe, nehme ich sie nicht gleich im Studio auf, sondern warte eine Weile, um zu schauen, ob ich sie immer noch „würdig genug zur Aufnahme“ finde, haha. Für mich war dann irgendwann klar: Ich will diesen Song auf der EP haben, da er auch repräsentativ für alle Künstler da draußen geschrieben wurde, die dasselbe Phänomen nachvollziehen können.

Was man natürlich auf jeden Fall tun muss: Den Song laut aufdrehen und dazu tanzen ; )

Wer übrigens den Song noch nicht gehört hat, hier könnt ihr ihn direkt runterladen! (oder auch auf Spotify, Amazon, Deezer und Google Play). Eine Hardcopy mit Widmung gibt´s hier

Let´s shine,

Debby

P.S. Alle Songtexte der EP findet ihr hier

Photo by Sascha Humpel

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